MigMap – Governing Migration
Eine virtuelle Kartografie der Europäischen Migrationspolitik
Ein Internetprojekt von Labor k3000 in Kooperation mit TRANSIT MIGRATION
Die inhaltliche Idee zum Projekt entstand im Kontext von und im Austausch mit dem Projekt <migmap> und dem TRANSIT – Forschungsteam des Frankfurter Instituts für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität . Aus den bisher angestellten Beobachtungen und Untersuchungen zur aktuellen Migrationspolitik lässt sich erkennen, dass sich in den letzten Jahren in Europa ein neues Grenz- und Migrationsregime herausgebildet hat, anhand dessen sich neue, suprastaatliche Formen des Regierens erkennen und darstellen lassen. Dazu gehören z.B. nur noch teilweise oder nicht mehr staatlich kontrollierte Organisationen, welche im Auftrag der Staatengemeinschaft das Management einzelner gesellschaftlicher Bereiche übernehmen, wie die IOM (International Organization for Migration) im Falle der Migration, oder neue Formen der Wissensproduktion und des Wissensmanagement mittels Datenvernetzung, wie sie z.B. im SIS (Schengen Information System) bereits praktiziert werden. Neben den offensichtlichen Akteuern wie IOM, UHNCR oder EU, spielen viele kleinere, halböffentliche oder private NGO’s, zahlreiche migrantische Initiativen aber auch einzelne Personen und Forschungsinstitute eine Rolle als Kommunikations- und Visualisierungsstrategie und als künstlerisch motivierte Ausdrucksform benutzt MigMap reflektierte Strategien des Mappings. Mit Hilfe von “Karten” und schematischen Übersichten sollen unterschiedliche strukturelle und prozessuale Aspekte der Wissensproduktion im Bereich Migration, die neuen Formen des suprastaatlichen Regierens, sowie die Implementierung europäischer Standards in Politik und Zivilgesellschaft, zur Darstellung gebracht werden.
MigMap vermittelt ein Bild davon, wie und wo die “Wissensproduktion” im Bereich Migration zur Zeit stattfindet und wer daran teilnimmt und teilhat. Untersucht wird, wie die neuen Formen des suprastaatlichen Regierens, welche im europäischen Migrationsregime beobachtet werden können, genau funktionieren. Wie z.B. die Implementierung europäischer Standards in Politik und Zivilgesellschaft abläuft, welche Stellen, Personen und Institutionen daran beteiligt sind, wie die verschiedenen öffentlichen oder privaten Akteure zusammenhängen und finanziert sind, welche inhaltlichen, räumlichen und personellen Uuml;berschneidungen oder Abgrenzungen bestehen, wie Zuständigkeiten verteilt und legitimiert werden und auf welchen Theorien, Daten oder Diskurse die momentan gültigen Paradigmen basieren.
Über die vier Karten “Akteure”, “Diskurse”, “Europäisierung” und “Orte + Praktiken” sind zahlreiche Informationen zu einzelnen Akteuren, Debatten, Prozessen und Ereignissen abrufbar, welche in ihrem Zusammenspiel das ergeben, was momentan die Europäsiche Migrationspolitik ist.